Usability-Testing für Festo-AR-App

Kontext & Ziel

In einem fünfköpfigen Team führten wir gemeinsam mit Festo Usability-Tests durch. Festo ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Automatisierungstechnik sowie in der technischen Bildung und Ausbildung.

Ziel des Projekts war es, die Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der Festo Didactic AR-App zu evaluieren und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Im Fokus standen dabei:

  • Navigation & Interaktionsmöglichkeiten

  • Verständlichkeit der Symbole

  • Fehlerprävention

  • Visuelles Erscheinungsbild

Da sich die App zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklung befand, konnten wir besonders wertvolle Erkenntnisse für die weitere Gestaltung liefern. Getestet wurde mit fünf potenziellen Anwendern aus zwei unterschiedlichen Nutzergruppen: zwei Ausbildern und drei Auszubildenden. Dabei identifizierten wir mehrere Usability-Probleme, die wir dokumentierten und Festo zusammen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen präsentierten.

Usability-Testing, Human-Computer-Interaction, Nutzungskontext, Nutzergruppe, Usability-Report, Think-Aloud

Vorgehen

  • Entwicklung von Aufgaben & Szenarien (z. B. App starten, Handbuch öffnen, Lesezeichen setzen)

  • Durchführung von Usability-Tests mit Ausbildern und Auszubildenden

  • Einsatz von Fragebögen (VisAWI, AttrakDiff) und Think-Aloud-Methode

  • Dokumentation durch Interviewleitfaden & Protokolle

  • Ergebnisp­räsentation

Analyse des Nutzungskontexts

Zunächst haben wir uns mit unserem Stakeholder zusammengesetzt, um zu klären, welche Ziele mit dem Usability-Test verfolgt werden. Dabei wurden Anforderungen definiert und die Zielgruppen Auszubildende und Ausbilder festgelegt.

Der Usability-Test sollte folgende Fragen beantworten:

  • Ist das Laden der Szenen selbsterklärend?

  • Sind die Interaktionsmöglichkeiten für die Nutzer sichtbar?

  • Sind die Fehlermeldungen der App verständlich?

  • Wie bewerten die Nutzer die visuellen Darstellungen?

Vorbereitung des Usability-Tests

Wir entwickelten einen Interviewleitfaden, Protokollbögen sowie einen Fragebogen für die Teilnehmer. Zusätzlich setzten wir die VisAWI- und den AttrakDiff-Fragebogen ein.

Die Nutzer sollten sich mit der AR-App um die Maschine herumbewegen und dabei laut aussprechen, was sie taten. Dazu erstellten wir ein Szenario mit verschiedenen Aufgaben, zum Beispiel:
„Ihr Ausbilder informiert Sie, dass Sie heute mit dem CP Lab arbeiten werden. Daher entscheiden Sie sich, dieses Lernsystem in der App zu nutzen.“

Für den Test rekrutierten wir fünf Personen, darunter zwei Ausbilder und drei Auszubildende.

Durchführung des Usability-Tests

Ich übernahm die Moderation des Tests sowie die Protokollführung und bereitete die Testsituation vor. Den Nutzern wurde eine GoPro auf den Kopf gesetzt, um die Smartphone-Nutzung aufzuzeichnen. Vorab unterschrieben alle Teilnehmer eine Einverständniserklärung zum Datenschutz, und es wurde ein Think-Aloud-Test durchgeführt.

Die Nutzer wurden gebeten, laut auszusprechen und zu kommentieren, was sie während der Nutzung der App taten. Anschließend sollten sie die Aufgaben und das Testszenario durchlesen und bearbeiten. Sie bewegten sich mit der App um die Maschine herum und beantworteten Fragen mit deren Hilfe.

Der Moderator stand für Rückfragen bereit und unterstützte bei Bedarf. Die reine Bearbeitung der Aufgaben dauerte etwa 30 Minuten, die gesamte Testsitzung ungefähr 90 Minuten.

Weitere Details sind im Usability-Report zu finden, der Festo zugänglich gemacht wurde.

Auf dem Bild ist die CP-LAB-Maschine zu sehen, für die die AR-App entwickelt wurde. Die App blendet zusätzliche Informationen und Daten ein, sobald die Smartphone-Kamera die Maschine erfasst.

Ergebnisse & Empfehlungen

Im Rahmen der Tests konnten wir eine Reihe von Usability-Problemen identifizieren, die vor allem die Verständlichkeit von Symbolen, die Interaktion mit Schaltflächen sowie die Navigation innerhalb der App betrafen.

Auf dieser Basis entwickelten wir konkrete Empfehlungen, darunter die Verbesserung der Symbolik, die Optimierung der Bedienflächen sowie die Einführung klarerer Navigationsstrukturen. Darüber hinaus empfahlen wir, die Zielgruppe enger in den Entwicklungsprozess einzubinden, um die App künftig noch besser an den Nutzungskontext anzupassen.

Die Ergebnisse und Empfehlungen haben wir in einer Abschlusspräsentation gemeinsam mit Festo vorgestellt und diskutiert.

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